Würgespiele können das Leben kosten. Ich spreche hier nicht von irgendwelchen Sadomaso-Techniken, sondern von Mutproben heranwachsender Jugendlicher. Gerade Anfang Dezember ist in Norddeutschland ein Jugendlicher gestorben, der das Würgespiel zur Auslotung seiner Grenzen probieren wollte. Die Jugendlichen suchen den Nervenkitzel und unterschätzen, wie schnell hieraus tödlicher Ernst werden kann. Die – meist männlichen – Jugendlichen halten solange die Luft an oder strangulieren sich mit Seilen oder Gürteln, bis sie in Ohnmacht fallen. Dadurch geraten sie kurzzeitig in einen rauschähnlichen Zustand. Würgespiele sind auch bekannt als Tomatenspiel, weil man dabei einen hochroten Kopf bekommt.
In Frankreich heißt das Spiel “Halstuchspiel” (Jeu du foulard), in den USA “Chocking Game”, in der Schweiz “Ohnmächterlis“, in Belgien “magischer Traum“.
Wie können Eltern nun feststellen, dass ihre Kinder evtl. Freunde für Würgespiele sind:
Sie sollten darauf achten, ob ihre Kinder häufig mit Gürteln oder Schals spielen. Verdächtig ist es auch immer, wenn sie sich im Zimmer einschließen.
Häufige Kopfschmerzen, Konzentrationsschwäche, Schläfrigkeit können Anzeichen sein.
Besonders eindeutig sind natürlich auch körperliche Zeichen wie Würgemmale oder -spuren am Hals oder blutunterlaufene Augen. Sprechen Sie mit ihren Kindern. Sterben will eigentlich niemand durch die Würgespiele.
Wenn man den Jugendlichen außerdem klar macht, dass neben dem Tod auch ein bleibender Hirnschaden aufgrund des Sauerstoffmangels auftreten kann – was ja schon mal gar niemand will – hat man hoffentlich eine gute Chance als Eltern, den Kindern die Gefahren plastisch vor Augen zu führen und sie dauerhaft abzuhalten von diesem fragwürdigen Kick, diesem Würgespiel.




