Arme Amy Winehouse

Im „20 Minuten“, einer Zeitschrift in der Schweiz war zu lesen: „Soul ohne Seele“.
Den Soul hat Amy Winehouse im Blut. Genug Alkohol auch – und wohl noch ein paar andere Substanzen. Ihr Konzert am 25. Oktober in Zürich war ein einziges Debakel.

Die 1700 Tickets für ihr Schweizer Konzert waren im Nu ausverkauft. Alle wollten die britische Soulröhre Amy Winehouse live erleben. Einige, weil sie ihrer Musik verfallen sind, andere weil sie erleben wollten, ob an den Horror-Meldungen aus den Klatschspalten wirklich etwas dran ist. Befriedigt wurden nur Letztere.

Ihnen präsentierte sich – immerhin mit „nur“ 30 Minuten Verspätung – eine völlig zugedröhnte und verstörte Amy Winehouse, die mit ihren Gedanken irgendwo war, aber nicht an diesem Konzert.
Wie ein kleines Mädchen, das man allein auf einer Bühne hat stehen lassen, fummelte sie nervös an ihrem Minirock herum, starrte vor sich ins Leere – und rannte nach jedem zweiten Song zu Ehemann Blake Fielder-Civil, der sie nach einer Stunde schließlich von der Bühne führte.

Das gut gemeinte Intermezzo ihrer achtköpfigen Band nahm sich danach nur noch bemitleidenswert aus. Schließlich kehrte Winehouse für eine völlig lustlose Performance ihres Hits „Rehab“ doch noch einmal zurück und beendete damit das knapp einstündige Trauerspiel unter Buhrufen.
Viele Fans mussten sich das aber gar nicht mehr mitansehen: Sie hatten den Saal schon vorher verlassen.

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